Direkt zum Inhalt
Zurück
  • Ernährung

Ist Matcha-Tee gesund?

Expertencheck: Dr. oec. troph. Julia Kellersmann-Wulf

Ernährungsberaterin, ServiceCenter AOK-Clarimedis

Matcha Tee

Matcha ist das japanische Wort für „gemahlener Tee“. Das Pulver aus Grüntee ist zum Trendgetränk geworden. Matcha-Tee soll Stress reduzieren und Entzündungen hemmen. Aber ist er tatsächlich so gesund?

Wie gesund ist Matcha wirklich?

Matcha wird vor allem auf Social Media als „gesundes“ Nahrungsergänzungsmittel gefeiert. Allerdings gibt es für Aussagen wie „schützt Arterien“ oder „wirkt gegen Entzündungen“ keine belastbaren Belege. Ganz im Gegenteil: Die Verbraucherzentrale rät zu besonderer Achtsamkeit, da nicht nur der Aufguss, sondern das ganze Pulver konsumiert wird und so Aluminium, Blei und Pestizide in den Körper gelangen können. Das beinhaltet Risiken, unter anderem für das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Entwicklung der Knochen. Um eine eventuelle Grenzwertüberschreitung zu verhindern, sollte die tägliche Gesamtmenge auf maximal 3 x 1 Gramm beschränkt werden. Außerdem rät die Verbraucherzentrale dazu, häufiger das Produkt oder die Marke zu wechseln, sodass im Zweifel die Schadstoffbelastung variiert. Eine sinnvolle Alternative ist Matcha aus zertifiziertem Bio-Anbau. Personen mit Eisenmangel sollten Matcha nicht zu den Mahlzeiten trinken, da die enthaltenen Catechine die Eisenaufnahme aus der Nahrung hemmen.

Was ist Matcha-Tee – und was unterscheidet ihn von grünem Tee?

Matcha ist ein zu feinem Pulver vermahlener grüner Tee. Weil die Teeblätter zur Matcha-Herstellung vor der Ernte wochenlang im Schatten stehen, bilden die Teepflanzen mehr Chlorophyll und Aminosäuren aus. Das sorgt für die leuchtend grüne Farbe, aber auch für das intensive, fast bittere Aroma. 

Anders als bei klassischem Grüntee, bei dem die Blätter aufgegossen und vor dem Trinken entfernt werden, ist das Pulver zum Verzehr bestimmt. Matcha-Tee wird mit auf etwa 80 Grad Celsius abgekühltem Wasser aufgegossen, in einer passenden Schale mit einem Matcha-Besen verrührt und schaumig geschlagen. Für die Zubereitung gibt es im Handel entsprechende Matcha-Sets, inklusive eines Bambuslöffels zum Abmessen der Teemenge. Aber auch ohne Matcha-Set gelingt das Anrichten, zum Beispiel mithilfe eines kleinen Schneebesens und eines Handteesiebs. 

Woraus besteht Matcha-Pulver?

In hochwertigem Matcha-Pulver stecken nur die zarten Blattanteile, nicht die harten Blattadern. Das macht den Matcha teurer als normalen Grüntee. Der Tee enthält unter anderem:

Aminosäuren

Matcha Tee enthält Aminosäuren, beispielsweise L-Theanin. Das soll für Entspannung und Stressreduktion sorgen und vermag gleichzeitig die Aufmerksamkeitsfähigkeit zu erhöhen. L-Theanin mildert die Wirkung von Koffein ab und soll hohen Blutdruck senken.

Antioxidative Pflanzenstoffe

In Matcha-Tee können Antioxidantien (Catechine) wie beispielsweise EGCG (Epigallocatechingallat) stecken. Diese Stoffe können laut Studien gegen Entzündungen wirken und für gesunde Arterien sorgen, indem sie Cholesterin im Blut senken.

Gerbstoffe

Gerbstoffe sind im grünen Tee in größerer Menge vorhanden als in der schwarzen Variante. Achtung: Sie können die Aufnahme von Wirkstoffen hemmen, etwa von Antidepressiva oder Neuroleptika, etwa zur Behandlung von Zwangsstörungen.

Mineralstoffe

Matcha enthält Mineralien wie Kalzium und Kalium sowie Eisen. Sie regulieren den Blutdruck und werden fürs Zellwachstum gebraucht. Eisen bindet Sauerstoff im Blut.

Der Begriff Matcha ist lebensmittelrechtlich nicht als eigene Kategorie geschützt. Qualität und Zusammensetzung können demnach unterschiedlich ausfallen, je nach Hersteller. 

Wie viel Koffein hat Matcha-Tee?

Matcha enthält pro Gramm etwa 20 bis 45 mg Koffein, Kaffee hingegen etwa 15 mg. Gleichzeitig wirkt das Koffein langsamer als bei Kaffee, weil es im Matcha Pulver an Gerbstoffe gebunden ist. Dadurch wird es nicht im Magen, sondern erst im Darm aufgenommen. So wirkt es zeitverzögert und über einen längeren Zeitraum.

Für wen ist Matcha weniger geeignet?

Matcha ist nicht für alle Menschen gleichermaßen geeignet. Für Kinder sind Produkte mit hohem Matcha-Anteil wegen ihres teils hohen Koffeingehalts nicht empfehlenswert. Schwangere und Stillende sollten die Koffeinmenge aus Matcha zur gesamten täglichen Koffeinaufnahme hinzurechnen. Als Orientierung gelten bis zu 200 Milligramm Koffein pro Tag aus allen Quellen.

Wenn du Eisenmangel hast, trinke Matcha mit zeitlichem Abstand zu Mahlzeiten und Eisenpräparaten. Die enthaltenen Catechine können die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln hemmen.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte Matcha nur in Maßen trinken, einen zeitlichen Abstand zur Einnahme einhalten und die Ärztin, den Arzt oder die Apotheke darauf ansprechen. Das gilt besonders, wenn eine Krebstherapie läuft. Für Nahrungsergänzungsmittel mit konzentrierten Grüntee-Extrakten gelten zusätzlich eigene Vorsichtshinweise: Sie können deutlich höhere Mengen an Inhaltsstoffen enthalten als eine Tasse Matcha.

Hilft Matcha beim Abnehmen?

Matcha, wie auch Grüntee allgemein, soll angeblich das Sättigungsgefühl steigern und so beim Abnehmen helfen, aber verlässliche Quellen gibt es dafür nicht. Möglicherweise regt das Koffein den Stoffwechsel für kurze Zeit an, aber nicht dauerhaft.

AdobeStock-268158053

Fragen zur Ernährung?

Hier geht es zu den Ernährungs- und Kochkursen der AOK.

Zum AOk-Angebot

Ist Matcha-Latte eine gesunde Alternative?

Ein Matcha-Latte besteht aus Matcha Pulver und Milch oder einem Pflanzendrink wie Hafer- oder Sojamilch. In Cafés oder bei Fertigprodukten wird das Getränk bisweilen stark gesüßt, um die bittere Note des Matcha-Pulvers zu überdecken. Das macht es zu einem relativ kalorienreichen Drink.

Eignet sich Matcha auch als Gewürz zum Kochen und Backen?

Matcha ist aufgrund des herben, fast bitteren Geschmacks nicht für alle etwas. Wer aber Gefallen daran gefunden hat, kann damit Kuchen, Desserts, Smoothies, Eis, Overnight Oats oder auch Soßen zubereiten. 

Matcha Balls

Rezept: Matcha Energy Balls für zwischendurch

Diese Bällchen geben Ihnen einen Energie-Kick, sind schnell gemacht und halten sich – luftdicht verpackt – bis zu sechs Tage im Kühlschrank. 
 

Zutaten (für ca. 12–15 Stück):

  • 150 g zarte Haferflocken
  • 120 g Softdatteln ohne Stein
  • 2 EL Mandel- oder Erdnussmuss
  • 1 TL Matcha-Pulver
  • 1 EL Leinsamen
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Vanille
  • 1 TL Ceylon-Zimt
  • 1 bis 3 EL Wasser/Milch/Pflanzendrink zum Binden der Masse
  • Kokosraspeln oder gemahlene Haselnüsse zum Wälzen der Kugeln

 

Zubereitung:

Datteln ca. 5 Minuten in warmem Wasser einweichen und abtropfen lassen. Mit Haferflocken, Nussmus, Matcha-Pulver, Samen und Salz im Mixer zu einer festen Masse verarbeiten und ggf. mit Wasser, Milch, Pflanzendrink sämiger machen bzw. mit einer Prise Haferflocken verfestigen. Hände anfeuchten und 12 bis 15 kleine Kugeln formen. Dann in Raspeln wälzen und mindestens 30 Minuten kühlen.

Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine ärztliche Beratung. Frage deine Ärztin, deinen Arzt oder die medizinischen Expertinnen und Experten von AOK-Clarimedis unter 0800 1 265 265.

Weitere Artikel zum Thema Ernährung

Suche

Meistgesuchte Begriffe
Bleib gesund

Aus vigo.de wird BleibGesund!

Das Gesundheitsmagazin der AOK Rheinland/Hamburg erstrahlt ab sofort in einem frischen, modernen Design und trägt einen neuen Namen.

Was bleibt, sind unsere geprüften Tipps, Expertenwissen und Inspiration für deine Gesundheit. Bleib informiert. Bleib zuversichtlich. Bleib gesund!

Jetzt entdecken