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Krafttraining oder Ausdauer: Welches Training passt zu deinem Ziel?

Expertencheck: Dr. Birgit Plifke

Fachärztin für Orthopädie und Chirurgie, ServiceCenter AOK-Clarimedis

Birgit Plifke
Junge Frauen und Männer auf dem Laufband im Fitnessstudio

Krafttraining baut Muskeln auf, Ausdauertraining stärkt Herz und Kreislauf – die Kombination aus beidem wirkt meist am stärksten. Welche Trainingsform zu deinem Ziel passt und wie du Kraft und Ausdauer richtig kombinierst, erfährst du hier.

Die richtige Wahl treffen: Krafttraining oder Ausdauersport?

kommt es darauf an, was du erreichen möchtest.

Krafttraining zielt darauf ab, die Muskulatur aufzubauen, Kraft zu steigern und den Körper zu definieren. Dabei setzen kurze, intensive Belastungen gezielte Wachstumsreize in den Muskeln. Typische Trainingsformen sind Hanteltraining, Übungen mit Geräten im Fitnessstudio oder Bodyweight-Training mit dem eigenen Körpergewicht. Mehr Details zu den Vorteilen von Krafttraining findest du in unserem Artikel Kraftsport für alle – warum Muskeltraining wichtig ist.

Ausdauersport (oder Cardio, kurz für kardiovaskuläres Training) hingegen verbessert die Kondition und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Längere, moderate Belastungen trainieren Herz, Lunge und Durchblutung. Zu den klassischen Ausdauersportarten gehören Joggen, Radfahren, Schwimmen und Nordic Walking.

Kurz gesagt: Kraftsport macht stark, Ausdauertraining macht fit. Beides hat seinen Platz in einem gesunden Leben.

Kraft und Ausdauer kombinieren: Das richtige Verhältnis

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 bis 300 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche oder alternativ 75 bis 150 Minuten intensive Ausdaueraktivität – plus mindestens zweimal pro Woche muskelkräftigende Übungen.

Kraft und Ausdauer ergänzen sich ideal: Muskeln verbrennen auch im Ruhezustand Energie und erhöhen so deinen Grundumsatz, Ausdauertraining fördert die Regeneration nach dem Krafttraining, indem es die Durchblutung anregt, und vielseitiges Training beugt Überlastungen vor. Dieses sogenannte Concurrent Training nutzt die Synergieeffekte beider Trainingsformen optimal aus und hält durch die Abwechslung auch die Motivation hoch.

Wie du beide Trainingsformen am besten in deinen Alltag integrierst, erfährst du hier:

Welches Training für welches Ziel? So entscheidest du richtig

Dein persönliches Ziel bestimmt, welche Trainingsform für dich am besten geeignet ist. Die folgenden Empfehlungen helfen dir bei der Entscheidung.

Du möchtest Muskeln aufbauen oder deinen Körper definieren?

Dann ist Krafttraining die richtige Wahl. Durch gezielten Muskelaufbau mit Gewichten oder Eigengewicht kannst du deine Muskeln stärken und deinen Körper formen. Regelmäßiges Muskeltraining zwei- bis dreimal pro Woche reicht oft schon aus, um sichtbare Erfolge zu erzielen. Ergänzend halten leichte Ausdauereinheiten dein Herz-Kreislauf-System fit.

Gut zu wissen: Für den Muskelaufbau ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend guten Proteinen und Fetten, komplexen Kohlenhydraten, Vitaminen und Ballaststoffen in Kombination mit dem Training unabdingbar.

Du möchtest deine Ausdauer und Kondition verbessern?

Hier empfiehlt sich Ausdauersport. Sportarten wie Joggen, Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking oder Wandern eignen sich hervorragend, um deine Kondition zu steigern. Idealerweise trainierst du drei- bis fünfmal pro Woche für mindestens 30 Minuten mit moderater Belastung. Ergänzend stabilisiert leichtes Krafttraining deine Gelenke und beugt Verletzungen vor.

Du möchtest abnehmen?

Für die Gewichtsabnahme ist eine Kombination aus Kraft und Ausdauer besonders effektiv. Ausdauertraining verbrennt Kalorien und aktiviert den Fettstoffwechsel, während Krafttraining deine Muskelmasse während der Gewichtsreduktion erhält. Mehr Muskeln bedeuten einen höheren Grundumsatz, sodass dein Körper auch im Ruhezustand mehr Energie verbrennt. Bei Übergewicht solltest du besonders auf gelenkschonende Sportarten achten. Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking und Aqua-Fitness sind hier ideale Optionen fürs Ausdauertraining.

Du möchtest etwas für deine allgemeine Gesundheit tun?

Dann profitierst du von einer ausgewogenen Mischung aus Kraft und Ausdauer. Regelmäßige Bewegung ist wichtiger als die spezifische Sportart. Empfehlung: zwei- bis dreimal pro Woche Ausdauersport und zweimal pro Woche Krafttraining. Auch sanfte Sportarten wie Pilates oder Walking zählen zum Kraft- oder Ausdauertraining. Entscheidend ist, dass du etwas findest, das dir Spaß macht; das ist immer die beste Motivation, um langfristig dranzubleiben.

Du hast Rückenprobleme oder sitzt viel?

In diesem Fall ist Krafttraining besonders wertvoll. Gezieltes Muskeltraining für Rumpf und Rücken stabilisiert die Wirbelsäule und kann Beschwerden lindern. Ergänzend wirkt Ausdauersport als Ausgleich und hilft beim Entspannen. Vergiss auch Beweglichkeitstraining wie Stretching oder Yoga, nicht – es hält deinen Körper geschmeidig und unterstützt die Rückengesundheit.

Du bist über 50 oder willst im Alter fit bleiben?

Mit zunehmendem Alter wird Krafttraining besonders wichtig. Ab etwa 30 Jahren baut der Körper auf natürliche Weise Muskelmasse ab. Muskeltraining wirkt dem entgegen und erhält nicht nur deine Muskeln, sondern auch deine Knochendichte und Mobilität – ein wichtiger Aspekt der Osteoporose-Prävention. Ausdauersport hält gleichzeitig dein Herz-Kreislauf-System jung. Die Kombination aus beidem ist optimal für gesundes Altern und Fitness im Alter.

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Was kommt zuerst: Kraft oder Ausdauer?

Wenn du beide Trainingsformen an einem Tag kombinieren möchtest, gilt eine einfache Regel: Was dir wichtiger ist, machst du zuerst.

Willst du hauptsächlich Muskeln aufbauen, solltest du mit Krafttraining beginnen und anschließend Ausdauer trainieren. Im ausgeruhten Zustand kannst du intensiver und technisch sauberer trainieren. Nach dem Krafttraining sollten nur noch moderate Cardio-Einheiten von 20 bis 30 Minuten folgen, damit die Energie für den Muskelaufbau erhalten bleibt.

Diese Reihenfolge hilft, den sogenannten Interferenz-Effekt zu vermeiden, bei dem sich beide Trainingsformen gegenseitig behindern.

Liegt dein Schwerpunkt auf der Verbesserung deiner Ausdauer, starte mit dem Ausdauertraining und absolviere danach dein Krafttraining. So trainierst du dein Herz-Kreislauf-System optimal und kannst im Anschluss noch gezielt einzelne Muskelgruppen kräftigen.

Für die meisten Menschen ist es jedoch ideal, Kraft und Ausdauer an verschiedenen Tagen zu trainieren. So kann sich der Körper besser regenerieren und anpassen. Unabhängig von der Reihenfolge gilt: Wärme dich immer auf. Fünf bis zehn Minuten leichte Bewegung zum Aufwärmen bereiten deine Muskeln und Gelenke auf die Belastung vor und schützen vor Verletzungen. Und auch anschließendes Dehnen gehört zum sicheren Training dazu.

Fazit: Dein Weg zum passenden Training

Es gibt nicht den einen perfekten Sport – welches Training zu dir passt, hängt von deinem persönlichen Ziel ab. Die meisten Menschen profitieren von einer Kombination aus Krafttraining und Ausdauersport, denn beide Trainingsformen ergänzen sich ideal. Wichtiger als das perfekte Programm ist es, regelmäßig dranzubleiben und deine Motivation zu bewahren. Wähle Sportarten, die dir Spaß machen, starte mit realistischen Zielen und steigere dich schrittweise.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Krafttraining und Ausdauersport?

Krafttraining zielt auf Muskelaufbau und Körperdefinition ab, Ausdauersport stärkt Herz, Lunge und Kreislauf. Beide Formen ergänzen sich ideal und sollten laut WHO kombiniert werden: mindestens zweimal pro Woche Kraft plus 150 Minuten moderate Ausdauer.

Wie oft pro Woche sollte ich trainieren?

Für allgemeine Gesundheit empfiehlt sich zweimal pro Woche Krafttraining und zwei- bis dreimal Ausdauersport. Wer gezielt Muskeln aufbauen möchte, trainiert zwei- bis dreimal Kraft; wer die Kondition verbessern will, drei- bis fünfmal Ausdauer für jeweils mindestens 30 Minuten.

Was kommt zuerst: Kraft oder Ausdauer?

Was dir wichtiger ist, trainierst du zuerst – dann bist du noch ausgeruht und leistungsfähiger. Für die meisten ist es besser, Kraft und Ausdauer an getrennten Tagen zu trainieren, damit sich der Körper optimal erholen kann.

Welcher Sport eignet sich bei Übergewicht oder Rückenproblemen?

Bei Übergewicht sind gelenkschonende Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking ideal. Bei Rückenproblemen hilft gezieltes Rumpf- und Rückentraining, ergänzt durch Ausdauersport und Beweglichkeitsübungen wie Yoga oder Stretching.

Dieser Artikel ist kein Ersatz für eine ärztliche Beratung. Frage deine Ärztin, deinen Arzt oder die medizinischen Expertinnen und Experten von AOK-Clarimedis unter 0800 1 265 265.

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